Die Aufgabenanalyse ist der Ausgangspunkt der organisatorischen Gestaltung des Unternehmensaufbaus. Nach dem Merkmal der Verrichtung kann die Gesamtaufgabe des Unternehmens, z.B. Bereitstellen von Werkzeugmaschinen für den Markt, in die Teilaufgaben Forschung und Entwicklung, Beschaffen, Produzieren, Absetzen und Verwalten zerlegt werden (vgl. Wittlage, Helmut: Unternehmensorganisation, 2. Auflage, Herne/Berlin 1978, Seite 29).
Die Teilaufgabe Absetzen kann nach dem Kriterium Objekt (geographische Absatzgebiete) in die Teilaufgaben "Absetzen im Inland" und "Absetzen im Ausland (Export)" auf der 3. Ordnungsebene gegliedert werden. Die Teilaufgabe Export kann man auf der 4. Ordnungsebene nach dem Verrichtungsmerkmal noch feiner untersuchen.
"Die mit der Aufgabenanalyse anzustrebende Tiefengliederung findet in den der Unternehmung zur Verfügung stehenden oder evtl. von ihr bereitzustellenden personalen Aufgabenträgern ihre erste und wohl bedeutsamste Determinierung." (Schwarz, Horst: Betriebsorganisation als Führungsaufgabe, 8. Auflage, München 1977, Seite 65)
Die organisatorische Grenze der Aufgabenanalyse im Bereich der mittelständischen Investitionsgüterindustrie wird demnach durch die personalen Aufgabenträger - interne und/oder externe Exportorgane - aufgezeigt. Diese Feinanalyse ermöglicht das Outsourcing im Exportgeschäft der KMU. Die folgende Tabelle wurde bereits in meinem Fachbuch "Erfolgreiches Export-Marketing von Investitionsgütern" veröffentlicht.
Copyright: Hans Reizner
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Aufgabenanalyse im Exportmarketing von Investitionsgütern |
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Exportmarketing-Teilfunktionen |
Exportorgane |
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interne Exportorgane |
externe Exportorgane |
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1. Exportvorbereitung |
angestellte Marktforscher |
freiberufliche Exportmarktforscher, Marktforschungsinstitute |
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2. Exportanbahnung |
angestellte Werbefachleute |
freiberufliche Exportwerbeberater, Werbeagenturen |
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3. Abschluss des Exportvertrags |
angestellte Exportkaufleute, Exportreisende |
Exportberater, Rechtsanwälte |
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4. Exportdurchführung |
angestellte Export- und Versandkaufleute |
internationale Spediteure |
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5. Exportfinanzierung |
angestellte Finanzkaufleute |
Außenhandelsbanken, internationale Finanzierungsinstitute |
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6. Erhaltung der Exportbeziehungen |
angestellte Ingenieure und Monteure im Kundendienst |
technische Serviceunternehmen |
Die externen Exportorgane kann man räumlich gliedern: sie können entweder im Inland oder im Ausland ihre Dienste vollbringen. Die Marktforschungsinstitute im Ausland übernehmen die sehr kosten- und zeitintensive Primärforschung auf Auslandsmärkten, weil die Befragungen der Bedarfsträger ein speziell ausgebildetes, landeskundiges Fachpersonal erfordern. Die ausländischen Werbeagenturen verfügen über die notwendigen Landes- und Sprachkenntnisse, sie kennen die erfolgreichen Werbemethoden, die wirtschaftlichen Werbeträger und die wirksamsten Werbemittel sowie das geltende Werberecht im jeweiligen Exportmarkt. Die Rechtsanwälte im Ausland kennen die Rechtsordnung des jeweiligen Importlandes, die ausländischen Gesetze und Rechtsmittel, und sie bieten ihren Mandanten die Rechtsvertretung vor Ort. Die internationalen Spediteure sind über die weltweit tätigen Verkehrsträger in einem globalen Verkehrssystem verbunden. Die Außenhandelsbanken besitzen eigene Niederlassungen im Ausland und kooperieren mit ausländischen Repräsentanzen; diese Finanzdienstleister arbeiten in einem globalen Finanzsystem zusammen. Die Kooperation mit technischen Serviceunternehmen im Ausland ist wegen der fortwährend steigenden Reisekosten wirtschaftlich empfehlenswert.
Der Export erfordert zusätzlich die Dienste von externen Hilfsorganen. Die Dolmetscher und die Übersetzer helfen bei der Überwindung kultureller und fremdsprachlicher Barrieren. Die internationalen Handelsauskunfteien erleichtern den Abschluss des Exportvertrages durch ihre Kreditauskünfte. Die staatlichen und die privaten Träger der Ausfuhrkreditversicherung begrenzen die Exportrisiken der Exporteure.
Die Ausgliederung von Exportmarketing-Teilfunktionen auf externe Dienstleister (Export-Organe) ist beim Exportmanagement möglich.
Exportmanagement (Export Management) ist die Ausgliederung von Export-Teilfunktionen (Exportmarktforschung, Exportwerbung, Exportvertrieb, Exportversand, Exportfinanzierung) des exportierenden Unternehmens, welche ein Exportmanagement-Unternehmen (Export management company) übernimmt. In den USA handelt die Export management company (EMC) entweder als Exportagent oder als Exportdistributor. Das exportierende Unternehmen soll durch diese Ausgliederung der Exportfunktion die Kosten einer eigenen Exportabteilung einsparen. In Deutschland kann der selbständige Exporthandel als Exportagent oder als Exportdistributor beim indirekten Export des Unternehmens handeln.
Die vollkommene Ausgliederung sämtlicher Export-Teilfunktionen auf ein Exportmanagement-Unternehmen ist nur beim Exportvertrieb von Konsumgütern möglich. Beim Exportmarketing von heterogenen, technisch komplexen und erklärungsbedürftigen Investitionsgütern können nur die Teilfunktionen der Exportmarktforschung und der Exportwerbung an externe Exportorgane (freiberufliche Exportmarktforscher, Marktforschungsinstitute, freiberufliche Exportwerbeberater, Werbeagenturen) delegiert werden. Das Outsourcing dieser unternehmensnahen Dienstleistungen ist betriebswirtschaftlich empfehlenswert, weil das exportierende Unternehmen diese hochkomplizierten Spezialkenntnisse selten besitzt, so dass eine eigene Durchführung dieser Dienste im Unternehmen (Exportmarketing-Abteilung) meistens zu teuer ist. Durch die Konzentration auf seine technischen Kernkompetenzen (Entwicklung und Konstruktion, Fertigung, Verkauf von technischen Spitzenprodukten, technischer Kundendienst) erreicht das exportiernde Unternehmen Kosten- und Wettbewerbsvorteile. Vor allem mittelständische Unternehmen, die sich keine Beschäftigung von Exportmarketing-Spezialisten wirtschaftlich leisten können, können ihr Exportmarketing durch die Kooperation mit externen Exportmarktforschern und Exportwerbefachleuten verbesseren. Die großen Industrieunternehmen können einen Kostenvergleich zwischen Eigenfertigung und Fremdbezug durchführen. Alles, was die externen Exportmarketing-Spezialisten qualitativ besser und billiger anbieten können, fördert die internationale Wettbewerbsposition des exportierenden Unternehmens.
http://www.reizner-exportberatung.de
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Dipl.-Betriebswirt Hans Reizner, Unternehmensberater für Investitionsgüter- und Exportmarketing, Lichtenbergweg 6, D-71546 Aspach, Tel/Fax: 07148/924656, E-Mail: reizner@reizner-exportberatung.de
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