Der Begriff "Außenwirtschaft" bezeichnet den gesamten Wirtschaftsverkehr mit dem Ausland, also den Außenhandel (Ausfuhr und Einfuhr von Waren), den Dienstleistungsverkehr (unsichtbare Ausfuhr und Einfuhr) sowie den Kapitalverkehr (Ausfuhr und Einfuhr von Kapital), vgl. Sachs, Rudolf: Leitfaden Außenwirtschaft, 4. Auflage, Wiesbaden 1985, Seiten 1-3.
Die Außenwirtschaft gedeiht am besten zwischen Staaten, die gemeinsame politische und rechtliche Werte besitzen. Während des Ost-West-Konflikts entstand die OECD-Welt, in der 29 Mitgliedsländer ihre Wirtschafts- und Sozialpolitiken gemeinsam entwickeln und koordinieren. Alle OECD-Länder sind durch eine gemeinsame politische Ordnung geprägt: durch die Rechtsstaatlichkeit, den demokratischen Pluralismus und den Parlamentarismus. Ebenso verbindet die OECD-Länder das gemeinsame System der Marktwirtschaft und ihre Freihandelspolitik.
"In der OECD-Welt werden 75 Prozent des Weltbruttoinlandprodukts erwirtschaftet; 50 Prozent des Welthandels findet zwischen OECD-Ländern statt. Nimmt man nicht die Welt als Bezugsgröße, sondern die OECD-Welt (=100 Prozent), so beträgt der Intra-OECD-Handel 75 Prozent des OECD-Gesamthandels. Die Länder der OECD investieren vor allem in anderen Ländern der OECD, und folglich findet Technologietransfer vor allem zwischen ihnen selbst statt. Die OECD-Welt zeichnet sich also durch einen erheblichen raumgeografischen Selbstbezug aus." (Senghaas, Dieter: Friedenszonen, in: Die neue Weltpolitik, hrsg. von Karl Kaiser und Hans-Peter Schwarz, Baden-Baden 1995, Seite 341)
In der folgenden Außenwirtschaftsstatistik sind die Werte des Außenhandels und des Dienstleistungsverkehrs (unsichtbare Ausfuhr und Einfuhr) sämtlicher OECD-Länder und der Welt enthalten. Beim Export beträgt der Weltmarktanteil der OECD-Länder 74,1%. Dementsprechend entfallen auf diese Länder 73,4% Weltmarktanteil beim Import. Die weltwirtschaftliche Bedeutung der OECD-Länder ist demnach wesentlich größer als im obigen Zitat angegeben. Die folgende Tabelle zeigt, ob die jeweiligen OECD-Länder einen Export- oder einen Importüberschuss ausweisen. Die nachstehenden Grafiken, welche aus der Tabelle abgeleitet sind, verdeutlichen die Dominanz der OECD-Länder in der Weltwirtschaft und der Weltwirtschaftspolitik. Inzwischen ist die Slowakische Republik der OECD als dreißigstes Mitgliedsland beigetreten.
|
Länder |
Export (Mill. US-$) |
Import (Mill. US-$) |
|
Australien |
70.110 |
79.491 |
|
Belgien |
189.208 |
179.139 |
|
Dänemark |
61.295 |
57.972 |
|
Deutschland |
620.640 |
584.684 |
|
Finnland |
50.056 |
38.605 |
|
Frankreich |
378.116 |
339.475 |
|
Griechenland |
21.424 |
30.947 |
|
Irland |
74.878 |
65.043 |
|
Island |
2.871 |
3.242 |
|
Italien |
315.192 |
275.362 |
|
Japan |
422.623 |
348.397 |
|
Kanada |
250.336 |
242.158 |
|
Korea, Rep. |
156.539 |
114.400 |
|
Luxemburg |
20.848 |
17.444 |
|
Mexiko |
128.152 |
136.580 |
|
Neuseeland |
16.233 |
15.885 |
|
Niederlande |
238.410 |
216.486 |
|
Norwegen |
54.624 |
53.982 |
|
Österreich |
94.711 |
95.841 |
|
Polen |
44.535 |
52.823 |
|
Portugal |
34.330 |
44.340 |
|
Schweden |
104.177 |
89.222 |
|
Schweiz |
105.468 |
95.494 |
|
Spanien |
158.003 |
156.038 |
|
Tschechische Rep. |
33.831 |
34.624 |
|
Türkei |
48.968 |
56.131 |
|
Ungarn |
23.815 |
24.805 |
|
Vereinigtes Königreich |
373.410 |
386.585 |
|
Vereinigte Staaten |
966.500 |
1.115.900 |
|
OECD-Länder |
5.059.303 |
4.951.095 |
|
Übrige Länder |
1.764.026 |
1.792.169 |
|
Welt |
6.823.329 |
6.743.264 |


In der OECD-Welt ist ein stabiler Frieden durch die vertrauensvolle Zusammenarbeit der Staats- und Regierungschefs auf den Weltwirtschaftsgipfeln gesichert. Die Länderrisiken (Altmann, Jörn: Außenwirtschaft für Unternehmen, Suttgart-Jena 1993, Seiten 704 ff.) entfallen weitgehend in dem großen Weltmarktsegment der OECD-Länder. Aufgrund dieser betrieblichen Außenwirtschaftsberatung (Dörsch, Walter/Peinelt, Wilhelm: Betriebliche Außenwirtschaft, Bielefeld 1977) kann man das aktive Exportmarketing in den OECD-Ländern anwenden, vgl. Reizner, Hans: Erfolgreiches Export-Marketing von Investitionsgütern, Wiesbaden 1989, Seiten 16 und 22.
In der modernen Weltwirtschaft erleichtert die WTO-Welthandelsordnung den Marktzugang in den Mitgliedsländern. Innerhalb der multilateralen WTO-Ordnung sind die regionalen Integrationsvereinbarungen (Freihandelszonen, Zollunionen) bei der betrieblichen Außenwirtschaftsberatung zu beachten: Handelspolitischer Regionalismus.htm.
Bei der praktischen Anwendung der betrieblichen Außenwirtschaft entstehen Kosten und Umsatzerlöse (Leistungen), die ein positives Betriebsergebnis bringen sollen. Im Marketing gewinnt zusätzlich der Zeitfaktor eine erhebliche Bedeutung: Die Marketingaktionen müssen zeitlich geplant, durchgeführt und kontrolliert werden. Während die notwendigen Finanzmittel im Umsatzprozess immer wieder ersetzt werden können, ist im Marketing die ungenutzte Zeit für immer verloren. Die Timing-Strategie ist die wichtigste Dimension der unternehmerischen Wettbewerbsstrategie (vgl. Backhaus, Klaus: Industriegütermarketing, 6. Auflage, München 1999, Seite 229). Ein wirtschaftlich gesundes, international wettbewerbsfähiges Industriegüterunternehmen kann seine Marketingaktionen im Ausland immer aus dem betrieblichen Umsatzprozess finanzieren (Innenfinanzierung). Die Areal-Strategie des Unternehmens muss mit der Timing-Strategie koordiniert werden.
Durch die Bearbeitung der Auslandsmärkte steigen zwar die Vertriebskosten, aber infolge des größeren Absatzmarktes des Unternehmens können größere Absatzmengen der Produkte vermarktet und hergestellt werden. Somit kann das Kostendegressionsgesetz in seinen drei Formen: als Beschäftigungs- (oder Kapazitätsausnutzungs-), als Größen- und als Auflagendegression optimal wirken zwecks wirtschaftlicher Produktion zu geringsten Stückkosten (vgl. Mellerowicz, Konrad: Betriebswirtschaftslehre der Industrie, Band I, 6. Auflage, Freiburg i.Br. 1968, Seiten 190 ff.). Je kapitalintensiver die modernen Produktionsverfahren sind, desto größer muss der Absatzmarkt des Unternehmens sein, damit keine Verluste durch Leerkosten (Corsten, Hans: Produktionswirtschaft, 6. Auflage, München 1996, Seite 101; Kern, Werner: Industrielle Produktionswirtschaft, 5. Auflage, Stuttgart 1992, Seiten 47 ff.) entstehen.
Die Unternehmensanalyse im Hinblick auf das Auslandsgeschäft (Stahr, Gunter: Auslandsmarketing, Band I, Stuttgart 1979, Seiten 14 ff.) erstreckt sich auch auf die vorhandene Vertriebsorganisation und die personelle Kapazität des Unternehmens. "Nur ein positives Ergebnis der Analyse des Auslandspotentials läßt Absatzanstrengungen im Ausland lohnend erscheinen." (Stahr, ebenda, Seite 16)
Der wissenschaftlich interessierte Besucher findet eine Hierarchie der absatzwirtschaftlichen Fachbegriffe, welche mit dem volkswirtschaftlichen Begriff der Außenwirtschaft übereinstimmen, in der folgenden Tabelle:
|
Betriebliche Außenwirtschaft |
|||
|
Außenhandel |
Dienstleistungs- und Kapitalverkehr mit dem Ausland |
||
|
Auslandsmarketing = Internationales Marketing |
|||
|
Außenhandelsmarketing |
Produktion im Ausland |
||
|
Importmarketing |
Exportmarketing |
ohne Direktinvestitionen |
mit Direktinvestitionen |
|
Internationales Beschaffungsmarketing |
Traditioneller Export |
|
|
Copyright: Hans Reizner
Die betriebswirtschaftliche Außenwirtschaftsberatung für Investitionsgüter orientiert sich an der staatlichen Außenwirtschaftspolitik. Über die Bedeutung und die Aufgaben der staatlichen Außenwirtschaftspolitik im Rahmen der Globalisierung der Weltwirtschaft - http://de.wikipedia.org/wiki/Globalisierung - informiert das BMWA unter http://www.bmwi.de/Navigation/Aussenwirtschaft-und-Europa/aussenwirtschaftspolitik,did=16992.html.
http://www.reizner-exportberatung.de
http://www.blog.reizner-exportberatung.de
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Diplom-Betriebswirt Hans Reizner, Unternehmensberater für Investitionsgüter- und Exportmarketing, Lichtenbergweg 6, D-71546 Aspach, Tel/Fax: 07148/924656, E-Mail: reizner@reizner-exportberatung.de
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